E-Mail 0211 - 35 06 66 Anfahrt Praxisklinik
Düsseldorfer Privatklinik facebook Düsseldorfer Privatklinik Instagram Düsseldorfer Privatklinik auf YouTube Düsseldorfer Privatklinik jameda imedo-Profil

Bruxismus Behandlung mit Botox in Düsseldorf

13. November 2022

Medizinische Inhalte wurden vor Veröffentlichung durch Dr. med. Reis geprüft.

Schon mal was von „Bruxismus“ (griechisch/lat. „das Zähneknirschen“) gehört? Gemeint ist das unbewusste Zähneknirschen während des Schlafens. Der Auslöser dafür ist oftmals Stress, der sich als eine Verspannung im Kaumuskel niederschlägt. Plastikschienen („Knirscherschienen“), ähnlich einer losen Zahnklammer, können helfen – in Härtefällen aber auch Botox. Dafür wird die Botox-Spritze aber nicht in die Stirn- oder Augenpartie, sondern direkt in den großen Kaumuskel („Musculus massete“) gesetzt. Dadurch wird die Druckkraft auf die Zähne verringert.

Was ist Bruxismus?

Als Bruxismus wird ein unbewusstes Zähneknirschen bezeichnet, das meist nachts im Leichtschalfstadium auftritt, aber auch tagsüber auftreten kann. Es wird verursacht durch ein starkes wiederholtes Aufeinanderpressen der Schneide- und/oder Mahlzähne und ist durch das zwanghafte Anspannen beziehungsweise Verschieben des Unterkiefers gekennzeichnet. Hierbei wirken über einen längeren Zeitraum hinweg extrem hohe Kräfte auf den gesamten Kiefer und den Kauapparat.

Man unterscheidet zwischen dem Wachbruxismus und dem Schlafbruxismus. Der Schlafbruxismus ist dabei weit verbreitet und kann verschiedene Ursachen haben, während dem Wachbruxismus meist psychologischen Ursachen zugrunde liegen. Durch das nächtliche Zähneknirschen und dessen Geräusche können auch Partner von Betroffenen darunter leiden. 

Studien gehen davon aus, dass jeder Fünfte unter den Folgen dieses Zähneknirschens leidet.

Vor allem Kinder sind häufig von Bruxismus betroffen. Tritt der Bruxismus bereits im Kindesalter auf, ist die Wahrscheinlichkeit hoch auch im Erwachsenenalter vom Zähneknirschen betroffen zu sein. 

Typische Symptome von Bruxismus

  • Kopfschmerzen
  • Kieferbeschwerden
  • Nackenschmerzen
  • schlechte Schlafqualität ist oft eine Folge
  • eine ästhetisch unschöne Hypertrophie (Vergrößerung) der Wangenkaumuskulatur und somit sichtbar Wangenverbreiterung

Wie wird Bruxismus festgestellt?

Wenn Betroffene selbst den Bruxismus nicht bemerken bzw. erkennen, wird die Diagnose nicht selten vom Partner oder dem Zahnarzt gestellt. Bei einer Routinekontrolle registriert der Zahnarzt anhand des Zahnstatus, wie beispielsweise abgenutzte Zahnoberflächen, dass ein übermäßiger Druck bzw. Aneinanderreiben der Kiefer stattfindet. 

Eine ausführliche Anamnese, wobei mögliche Ursachen, wie psychosomatische Probleme, Traumata, psychische Erkrankungen, etc. abgeklärt werden, kann ebenfalls Aufschluss über einen zugrundeliegenden Bruxismus geben.

Ferner kann eine apparative Untersuchung mittels Röntgen oder auch ein Schlaf-EEG sowie Polysomnographie zur Diagnosestellung herangezogen werden. 

Je früher die Diagnose des Bruxismus gestellt wird und je schneller mit der Behandlung begonnen wird, desto geringer sind die Auswirkungen möglicher Schäden an Zähnen und Zahnfleisch. Ebenso können Kopf- und Nackenschmerzen sowie Verspannungen frühzeitig deutlich gelindert werden.  

Bruxismus Ursachen: Welche Auslöser für Zähneknirschen?

Als Ursache für Bruxismus kommen unterschiedliche Gründe in Betracht, welche oft nicht eindeutig feststellbar sind. Gegebenenfalls können auch mehrere Ursachen zeitgleich vorliegen.

Beim Wachbruxismus sind die Ursachen meist psychologischer Natur, wie etwa erhöhter Stress, emotionale/seelische Belastung, Angststörungen, Unruhe und/oder Nervosität. Die Kiefermuskulatur wird dabei tagsüber unbewusst dauerhaft oder in bestimmten Situationen übermäßig stark aufeinandergepresst und angespannt. 

Auch beim Schlafbruxismus können unterschiedliche Ursachen zugrundliegen. Dies kann beispielsweise eine Störung des Zentralnervensystems sein, aber auch eine genetische Veranlagung sowie seelische oder emotionale Stressoren können die Ursache dafür sein. Ebenso wird das Risiko für Schlafbruxismus durch Schlafstörungen und durch eine Schlafapnoe erhöht.

Des Weiteren kann auch ein hoher Tabak-, Alkohol-, Koffein- oder Drogenkonsum, als auch psychische Erkrankungen zu Bruxismus führen.

Studien zufolge leiden ca. 20% der Patienten mit Bruxismus an einer sogenannten CMD craniomandibulären Dysfunktion, was eine schmerzhafte Fehlregulation des Kauapparates (Schädel und Unterkiefer) beschreibt. 

Was sind die Folgen für Zähneknirschen?

Durch das zwanghafte Zusammenbeißen und die dauerhafte Anspannung der Kaumuskulatur leiden Betroffene oftmals unter verschiedenen, teils schmerzhaften Symptomen wie Kopfschmerzen, Kieferbeschwerden oder Nackenschmerzen. Diese sind vor allem morgens sehr stark und treten gehäuft auf, da die Kiefermuskulatur nachts für lange Zeit angespannt wurde. Beim Schlafbruxismus leiden Betroffenen zudem oftmals unter schlechter Schlafqualität und resultierender Müdigkeit.

In extremen Fällen kann überdies der Zahnschmelz durch das ständige aufeinander reiben der Zähne abgenutzt beziehungsweise abgetragen werden, was wiederum zu Zahnschmerzen führt und die Zähne empfindlich sowie anfällig für Erkrankungen macht. Auch Zahnfüllungen, Zahnersatz oder Implantaten können hierbei in Mitleidenschaft gezogen oder beschädigt werden, was eine Therapie verlangt.

Manche Betroffene entwickeln durch das starke Aufeinanderpressen der Kiefer außerdem einen Tinnitus (Ohrensausen), Schwindel, starke Verspannungen oder leiden sogar unter Übelkeit. 

All diese Beschwerden können für Betroffene sehr belastend sein und im Alltag stark oder weniger stark einschränken. Vor allem stellen aber mögliche einhergehende Folgeschäden wie die Abnutzung der Zähne ein großes Problem dar.

Weitere Folgen können Kiefer- und/oder Kopfschmerzen oder Krämpfe in der Kaumuskulatur sein. Eine dauerhafte Überanstrengung des Kiefers kann zu einer Verhärtung des Kiefermuskels und einer Veränderung der Kieferposition führen. Dies wird auch als craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet. Zu den Symptomen einer CDM gehören Kieferschmerzen, Knacken, Reiben der Kiefergelenke beim Öffnen und Schließen des Mundes sowie zu Schmerzsyndromen bis hin zu Ohrgeräuschen (Tinnitus). Auch eine unverhältnismäßige Zunahme der Masse der Kaumuskulatur (Masseterhypertrophie) kann erfolgen, was wiederum eine kantige Gesichtsform zur Folge haben kann.

Wie kann man Bruxismus behandeln?

Die häufigste durchgeführte Therapiemethode ist eine Zahnschiene — Okklusionsschiene genannt. Diese Schiene wird vom Zahnarzt angepasst und in der Nacht getragen. Durch das Tragen einer Okklusionsschiene wird ein Abrieb der Zähne verhindert und das nächtliche Zähneknirschen kann reduziert werden. Auch kann Osteopathie oder eine manuelle Therapie die Verspannungen lösen und das Knirschverhalten reduzieren. Eine Psycho- oder Verhaltenstherapie kann den Betroffenen auch helfen, mit ihrem Stress besser umzugehen und diesen besser abzubauen. Schließlich kann der zu starken Aktivität der Kaumuskulatur auch durch Injektion von Botulinumtoxin entgegengetreten werden. 

Wie wirkt Botox gegen Zähneknirschen?

Bei Erwachsenen bietet die Behandlung des Bruxismus mit Botulinumtoxin eine dauerhafte und unkomplizierte Lösung zur Ursachenbekämpfung und Beschwerdelinderung. Hierbei wird von einem erfahrenen Arzt das muskelrelaxierende Medikament „Botox“ in die Kiefermuskulatur injiziert, was zu einer spürbaren Abschwächung des sehr starken Kaumuskels führt. Die ungewollt aktivierte Beißkraft nimmt somit ab, die dauerhafte Anspannung der Kiefermuskulatur lässt nach und Symptome wie resultierende Kopfschmerzen werden über einen längeren Zeitraum maximal gelindert. Der Muskel verliert durch die geringere Inanspruchnahme auch an Größe und eine besonders kantige Gesichtsform kann sich wieder zu einer weichen Form zurückbilden. 

Welche Vorteile hat eine Bruxismus Behandlung mit Botox gegen andere Therapie?

Die Vorteile einer Behandlung mit Botulinumtoxin sind sehr einfach. Es ist sofort verfügbar und erfordert keinen operativen Eingriff. Damit bietet sich dem Patienten ein unaufwendiges, und extrem nebenwirkungsarmes, aber dennoch sehr effektives Verfahren, den krankhaft gesteigerten Druck zu reduzieren.

Wie läuft die Behandlung mit Botulinumtoxin ab?

Zunächst steht wie bei jeder Behandlung die Beratung im Vordergrund. Der Patient schildert seine Beschwerden, es findet eine sorgfältige Anamnese statt und man überlegt gemeinsam, welche Behandlung in Betracht kommt. Entscheidet man sich für eine Behandlung mit Botulinumtoxin, so wird der Kaumuskel, der musculus masseter, ertastet und genau eingezeichnet. Die Patienten demonstrieren einmal ihr Kauverhalten und der Behandler findet so den optimalen Ansatz zur Injektion des Botulinuktoxion.

Die Behandlung beginnt sodann mit der gründlichen Reinigung der zu behandelnden Stellen. Die Injektion erfolgt mit genau geeichten Spritzen und extrem dünnen Spezialkanülen an drei bis sechs Stellen auf jeder Seite des Kiefers. Dabei kann vorübergehend ein leichtes „Brennen“ auftreten. 

Damit sich an den Einstichstellen keine kleinen Blutergüsse bilden, wird danach noch kurz „komprimiert“ (d.h. auf diese Stellen mit einem Tupfer gedrückt), wodurch das Material auch noch etwas verteilt wird. Weitere Massagen sollten aber nicht erfolgen!!

Botox gegen Zähneknirschen: wie lange hält das Ergebnis?

Es sind einige Tage nötig, bis sich der Muskel vollständig entspannt hat und die Wirkung der Masseter-Behandlung mit dem Muskelrelaxans vollständig sichtbar ist. Die Wirkung setzt innerhalb der ersten zwei bis vier Tage ein und kann in den darauffolgenden zwei Wochen ihr Maximum erreichen.

Die Behandlung des Bruxismus mit Botulinumtoxin hält für circa vier bis sechs Monate – bei manchen Patienten auch länger – an. Vorherige Begleitbeschwerden des Bruxismus wie Kopfschmerzen oder Verspannungen haben oftmals sogar einen längeren Verbesserungseffekt nach der Botox Behandlung. Die Therapie mit Botox kann bei Bedarf in regelmäßigen Abständen erfolgen. 

Es besteht auch die Möglichkeit, dass das Problem des Bruxismus nach dem Ende der Wirkung der Unterspritzungsbehandlung nicht oder zu einem viel geringeren Ausmaß zurückkehrt. Gerade, wenn die Behandlung schon zwei oder dreimal wiederholt wurde, kann es sein, dass sich eine dauerhafte Verbesserung einstellt. Dies ist auf drei Gründe zurückzuführen:

  • einerseits verliert der übermäßig ausgebildete Musculus masseter während der Wirkungsdauer von Botox einiges von seiner Muskelmasse, weil er in dieser Zeit nicht mehr so kraftvoll angespannt werden kann.
  • Andererseits wird während der Wirkungszeit der Therapie die Gewohnheit des „Zähneknirschens“ zum Teil abgelegt, weil der Kaumuskel entspannt ist.
  • Zudem können begleitende Therapiemaßnahmen gegen den Bruxismus während der Einwirkdauer von Botox besser ihre Wirkung entfalten.

Worauf soll ich nach einer Bruxismus Behandlung mit Botox achten?

Wie bei jeder Behandlung mit Botulinumtoxin sollten im Anschluss für die Dauer von ca. drei Tagen auf Sauna, übermäßige Belastung und Leistungssport verzichtet werden. Wie nach allen Behandlungen sollte auf den übermäßigen Konsum von Alkohol oder Nikotin verzichtet werden! Beides schadet der Gesundheit und hinterlässt insbesondere auf der Haut seine Spuren! Ca. vier Stunden nach der Behandlung sollte man sich nicht flach hinlegen. Denn ansonsten kann eine optimale Verteilung des Wirkstoffes im gewünschten Areal gestört werden. Auch sollte man auf Massagen in den Behandlungsarealen und – wenn möglich – eine übertrieben starke Mimik verzichten.

Kann man den Bruxismus vermeiden?

Je nachdem, welche Ursachen dem massiven Knirschverhalten zugrunde liegen, so kann man dem entgegentreten, indem man regelmäßige Entspannungsübungen in seinen Alltag einbaut, auf sein Trinkverhalten achtet und sich am besten auch das Rauchen abgewöhnt. Ansonsten führt aber auch gerade die Anwendung von Botulinumtoxin dazu, dass die Kraft des Musculus masseter erheblich gehemmt wird. Eine Kombination dieser  Maßnahmen führt letztlich zum besten Ergebnis.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Botox-Therapie?

Die Kosten der Bruxismus-Therapie mit Botulinumtoxin sind stark von der Menge des injizierten Präparates sowie vom Behandlungsaufwand abhängig. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen findet für gewöhnlich nicht statt. Dennoch kann man – gerade mithilfe eines Attestes – sicher eine entsprechende Anfrage bei der Krankenkasse stellen.

Haben Sie noch Fragen zum Thema „Bruxismus“? Vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin!

dr. med. christoph reis
Dr. med. Christoph Reis

Seit dem Jahr 2007 ist Dr. Reis Klinikleiter der mittlerweile über 60 Jahre bestehenden Düsseldorfer Privatklinik. Sein Anspruch ist dabei stets das bestmögliche Ergebnis zu erzielen und so Patientinnen und Patienten zufriedenzustellen. Dank stetiger Fortbildungen, die er in sämtlichen Bereichen der Operation absolviert, kann Dr. med. Christoph Reis modernste Techniken bei z.B. Brustvergrößerung, Bruststraffung oder Fettabsaugung anwenden.

Diese Eingriffe werden vom Facharzt und dem gesamten Team in einer ruhigen und routinierten Atmosphäre durchgeführt, sodass Patienten sich zu jeder Zeit wohl fühlen können. Als Mitglied in unter anderem der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie und der Gesellschaft für Lipödem Chirurgie ist er der ideale Ansprechpartner in den unterschiedlichsten Bereichen.

Go to top