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Narbenpflege – wie Sie die Narben richtig pflegen

23. August 2021

Medizinische Inhalte wurden vor Veröffentlichung durch Dr. med. Reis geprüft.

Narben können sowohl durch Verletzungen als auch nach Operationen entstehen. Häufig bildet sich zunächst unschönes Narbengewebe, welches durch intensive Pflege und unter Berücksichtigung einiger Faktoren reduziert oder sogar verhindert werden kann. Bei großen, wulstigen Narben können operative Methoden eine Lösung sein. 

Wie entstehen Narben?

Äußere Narben entstehen normalerweise nach Verletzungen der tieferen Hautschichten. Ein kleiner Schnitt oder eine oberflächliche Platzwunde verletzen oft nur die oberste Hautschicht, die Epidermis. In diesem Fall bildet sich ausgehend von der untersten, sogenannten Basalzellschicht der Epidermis eine neue intakte Hautschicht, welche die Wunde verschließt: Die neu gebildete Haut erfüllt in der Regel die gleichen Funktionen wie die Umgebungshaut und sieht nach einigen Wochen auch genauso aus.

Anders bei einer Verletzung, die bis in die Lederhaut – die mittlere Hautschicht – reicht: Hier bleibt Narbengewebe zurück, das aus ungeschmeidigen Kollagenfasern besteht. Bei der Narbenbildung gilt für den Körper Schutz vor Schönheit – denn ist die Haut verletzt, können Krankheitserreger leicht eindringen. Kein Wunder also, dass die körpereigene Abwehr versucht, jede Verletzung schnellstmöglich zu schließen.

Im Gegensatz zur unverletzten Haut kann das Narbengewebe als Hautersatz zweiter Wahl bezeichnet werden. Denn anders als in der gesunden Haut mit elastisch verkreuzten Fasern liegen im Narbengewebe die Kollagenfasern parallel, was eine mangelnde Elastizität zur Folge hat. Außerdem fehlen der Narbe wesentliche Bestandteile der gesunden Haut wie Haare, Schweiß- und Talgdrüsen sowie die für die Pigmentbildung zuständigen Melanozyten. Zudem verfügt neu gebildetes Narbengewebe nicht über die Fähigkeit, sich selbst ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen beziehungsweise diese zu speichern.

Welche Narbenarten gibt es?

Welche Narbe sich bildet und wie unauffällig sie wieder verheilt, hängt neben der Art der Verletzung noch von weiteren Faktoren ab, zum Beispiel:

  • der Schwere der Verletzung: Ausmaß des Gewebeverlustes und Tiefe der Wunde.
  • dem Alter des Patienten: Im Alter heilen Wunden meist schlechter als in jüngeren Jahren.
  • dem Ort der Verletzung: Besonders gefährdet für eine unschöne Narbenbildung sind Brust und Schulter.
  • der Wundhygiene: Wundinfektionen bilden eine größere Gefahr für eine unschöne Narbenbildung.
  • der persönlichen Veranlagung: Keloide sind häufig genetisch bedingt.
  • dem Hauttyp des Patienten: Dunkelhäutige Hauttypen haben ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Keloiden.

Je nach diesen Faktoren, können unterschiedliche sichtbare Narben nach einer Verletzung zurückbleiben. Man unterscheidet dabei folgende Narbenarten:

  • Hypertrophe Narben
  • Atrophische Narben
  • Sklerotische Narben
  • Keloide Narben
  • Instabile Narben

Tipps, um die Narbenbildung positiv zu beeinflussen:

Wenn tiefere Hautschichten verletzt sind, ist es unmöglich, Narben zu verhindern. Jedoch lässt sich die Auffälligkeit der Narben reduzieren – besonders in den frühen Phasen der Heilung.

  • Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung oder verwenden Sie Sonnenschutzmittel beziehungsweise decken Sie die Narbe sorgfältig ab.
  • Verwenden Sie spezielle Narbenprodukte zur Vorbeugung und Behandlung von Narben, zum Beispiel Silikongele.
  • Vermeiden Sie scheuernde, raue Kleidung oder Schmuck.
  • Umgehen Sie eine Zug- oder Dehnungsbelastung der Wunde. Besonders dann, wenn die Verletzung über einem Gelenk liegt.
  • Halten Sie die Narbe unter Beobachtung: Wächst das Narbengewebe unverhältnismäßig schnell, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.
  • Massagen können ein effektiver Teil der Narbenbehandlung sein. Die sanften Bewegungen fördern die Durchblutung. Außerdem trägt die Massage dazu bei, die Kollagenfasern zu brechen, was die Narben weicher und flacher macht. Die Behandlung von Narben durch regelmäßige Massage kann somit die Narbenstruktur deutlich verbessern und diese beweglicher und unauffälliger machen.
  • Bei der Narbenmassage sollten Sie zunächst mit leichtem Druck am Rand der Narbe entlang massieren. Danach sollten Sie quer über die Narbe massieren. Sie können auch Hilfsmaterialien für die Narbenmassage verwenden, wie etwa einen Massageroller oder Narben-Gel.
  • Narben im Gesichtsbereich, die der Bewegung ausgesetzt sind, heilen am besten, wenn sie mit Steristrips o.ä. so lange wie möglich ruhig gestellt sind. Ferner ist die Vermeidung von Sonnenexposition während der ersten drei postoperativen Monate wichtig. 

Wie lassen sich Narben korrigieren?

Narbenkorrekturen sollen die Erkennbarkeit einer Narbe herabsetzen und die Orientierung einer Narbe günstiger gestalten, die Gesamtnarbengröße verringern und im allgemeinen die Gesamtnarbe unauffälliger machen. Mehr als ein Verfahren kann dabei erforderlich sein. Das ideale Ergebnis soll folgende Charakteristika aufweisen:

  • schmale, feine Narbenlinie
  • Höhengleichheit mit dem Umgehungsgewebe
  • ähnliche Hautfarbe
  • Verlauf paralllel zu natürlichen Falten oder Entspannungslinien der Haut
  • bogenförmiger oder sinuscoider Verlauf

Zu Beginn führen die Operationsverfahren erst einmal zu einer roten, unreifen und eher unansehnlichen Narbe. Den Patienten muss klar sein, dass auch hier der Reifungs- und Heilungsprozess seine Zeit braucht!

Narben im Gesichtsbereich, die der Bewegung ausgesetzt sind, heilen am besten, wenn sie mit Steristrips o.ä. so lange wie möglich ruhig gestellt sind. Ferner ist die Vermeidung von Sonnenexposition während der ersten drei postoperativen Monate wichtig.

Allerdings benötigen nicht nur Narben nach einer Verletzung die richtige Pflege, auch post-operative Narben müssen achtsam behandelt werden, um einen guten Heilungsprozess zu fördern und möglichst unauffällige Narben zu erhalten. 

Die richtige Narbenpflege nach einer Operation: Wann sollte man damit beginnen?

Es ist völlig normal, dass sich zunächst Narben bilden, die sich auch verschlimmern können, bevor Sie abklingen. Lassen Sie sich dadurch nicht beunruhigen oder entmutigen! Im Laufe der nächsten Wochen und Monate nach einer Operation werden die Narben verblassen. In den ersten drei bis vier Monaten ist die Rötung der Narben am stärksten. Das ist völlig normal. 

Wichtig ist, dass die Wunde ab dem ersten Tag nach der Operation gut gepflegt wird. Je nachdem, welche OP Sie hatten, erklären wir Ihnen, wie und ab wann die Wunde richtig gepflegt werden kann und welche Möglichkeiten für Sie in Frage kommen.

Die Narbenpflege beginnt, sobald die Wunde verheilt und die Krusten abgelöst sind. Mit den richtigen Techniken und Produkten kann der Heilungsprozess sehr gut unterstützt werden. Mit speziellen Narbencremes kann eine gezielte Pflege begonnen werden.

Was tun, wenn Narben hypertroph werden oder Keloide entstehen?

Auch hypertrophe und keloidale Narben können gut behandelt werden! Abhängig von Alter, Hauttyp und Art der Narbe, wird die richtige Behandlungsmethode angepasst. Meistens bietet sich eine Kombination aus verschiedenen Methoden an, um eine schöne Narbe zu erzielen.

Narbencreme & -Öl

Als Basis-Behandlung empfehlen wir, die Narbe mit Narbencreme oder Narbenöl regelmäßig zu massieren, sobald die Naht entfernt wurde und keine Krusten mehr vorhanden sind. Man sollte sich morgens und abends ein paar Minuten Zeit nehmen und mit zwei Fingern und leichtem Druck die Creme einmassieren.

Durch die Narbenmassage wird die Durchblutung angeregt, es wird mehr Kollagen produziert und die Narbe heilt somit besser ab. Das richtige Produkt sollte nach Öl- und Fettanteil ausgewählt werden, nicht nach dem Preis! Hier beraten wir Sie gern!

Besonders hypertrophe Narben können mit Silikon sehr gut behandelt werden.

Durch das Auftragen von Silikon wird verhindert, dass Flüssigkeit aus der Narbe abdampft. Somit wird der Wasserhaushalt verbessert, es kommt zu einem besseren Stoffwechsel und die Narbe kann optimal abheilen.

Silikonpflaster sollten konsequent getragen werden- am besten 12-24 Stunden pro Tag für einige Wochen und Monate. Zusätzlich kann eine Kompression weiterhelfen.

Kortisoninjektion

In den meisten Fällen reichen einfache Methoden wie Cremes oder Silikonpflaster aus, um eine schöne Narbenheilung zu erzielen. Kortison sollte nur in Grenzfällen und mit Bedacht eingesetzt werden. Im Falle der Notwendigkeit verwenden wir ein Medikament, das nur an der Narbe wirkt und den Stoffwechsel nicht beeinflusst.

dr. med. christoph reis
Dr. med. Christoph Reis

Seit dem Jahr 2007 ist Dr. Reis Klinikleiter der mittlerweile über 60 Jahre bestehenden Düsseldorfer Privatklinik. Sein Anspruch ist dabei stets das bestmögliche Ergebnis zu erzielen und so Patientinnen und Patienten zufriedenzustellen. Dank stetiger Fortbildungen, die er in sämtlichen Bereichen der Operation absolviert, kann Dr. med. Christoph Reis modernste Techniken bei z.B. Brustvergrößerung, Bruststraffung oder Fettabsaugung anwenden.

Diese Eingriffe werden vom Facharzt und dem gesamten Team in einer ruhigen und routinierten Atmosphäre durchgeführt, sodass Patienten sich zu jeder Zeit wohl fühlen können. Als Mitglied in unter anderem der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie und der Gesellschaft für Lipödem Chirurgie ist er der ideale Ansprechpartner in den unterschiedlichsten Bereichen.

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